Griechenland
Orchideenparadies Rhodos
Rhodos ist eines der beliebtesten botanischen Reiseziele in Europa. Die Insel gehört zusammen mit
Karpathos, Kreta und Kithira zum südägäischen
Inselbogen, der den Rest eines tertiären Faltengebirges
darstellt. Rhodos ist die größte, grünste und
orchideenreichste Insel des Dodekanes. Zum Teil
sind ursprüngliche Wälder erhalten geblieben, doch
sind auch zahlreiche Neue begründet worden.
So präsentiert sich Rhodos heute noch mit großen
Waldfl ächen und Flüssen, die regelmäßig
bis in
den Frühsommer hinein Wasser führen.
Die 13-tägige Reise erfasst das gesamte
Spektrum der rhodischen
Orchideen. Sie können mit 35 blühenden
Orchideenarten rechnen. Darunter befinden sich viele
im Mittelmeergebiet häufige Arten wie
Wespen-Ragwurz, Kleine Gelbe Ragwurz oder Schmetterlings-Knabenkraut.
Aber Sie treffen auch auf
ostmediterran-kleinasiatische Arten, wie die fotogene Reinholds
Ragwurz, die hier ihre südwestliche
Verbreitungsgrenze erreicht. Eine Herausforderung für
Orchideen-Kenner stellen die vier Arten der
Bremsen-Ragwurz und die zwei Arten aus der Nabel-Ragwurz-Gruppe
dar, die in den verschiedensten
Ausprägungen und Übergängen intensiv studiert
werden können. Eine zweite Herausforderung sind
die zahlreichen Arten aus dem fusca-Kreis darunter Ophrys
apollonae,
O. blitopertha und O. attarviria.
Eine Besonderheit ist O. cretica subsp. beloniae,
die hier ihre nördliche Verbreitungsgrenze erreicht.
Trotz der guten Erforschung sind Überraschungen auf Rhodos
nicht ausgeschlossen. Erst seit 1987
ist die Glänzende Ragwurz bekannt. In jüngster Zeit
wurden von hier vier endemische Arten aus
dem Ophrys fusca-Kreis neu beschrieben: Ophrys apollonae sogar
erst 2009! Selbstverständlich
findet man auf Rhodos auch die blütenreichen, mediterranen
Zwergstrauchheiden, die im östlichen
Mittelmeer Phrygana genannt werden. Im Frühjahr,
zur Hauptblütezeit,
erlebt man eine „Duftorgie“
unbekannten Ausmaßes. Neben zahlreichen Orchideenarten
kommt hier beispielsweise auch die
endemische Rhodos-Schachblume vor, die auf
kargen Standorten gerade einmal fünf Zentimeter
hoch wird. Auch die Kiefernwälder sind wegen der Rhodos-Pfingstrose mehr als einen Besuch wert. |