Italien
Orchideen der Abruzzen
Auf der Höhe von Rom, kaum 50 km von der Adria entfernt, sind die Abruzzen
ein weitgehend unbekanntes idyllisches Naturparadies. Mit den beiden mächtigen
Gebirgsstöcken Gran Sasso und Majella bilden sie einen wichtigen Teil des Apennin,
der sich durch den ganzen italienischen Stiefel zieht. Eigentlich sind die Abruzzen
ein sanftes Gebirge, doch gerade im Bereich von Gran Sasso und Majella finden
sich auch schroffe, stark zerklüftete Felsregionen.
Wie an anderen Stellen im Mittelmeerraum ist die Vegetation auch hier durch
intensive Beweidung teilweise stark beeinträchtigt. Trotzdem finden Sie hier
noch viel unberührte Natur, denn in dieser abgeschiedenen Landschaft, in der
noch Apennin-Wölfe und Braunbären ihr Auskommen finden, liegen mit den Nationalparks
Abruzzen und Majella zwei der bedeutendsten Schutzgebiete Italiens.
Am Nordanstieg
des Majella-Gebirgsstocks zeigen verfallende Steinhäuser, dass dieses Gebiet
bereits seit langer Zeit als Weideland dient. Auch heute noch nutzen die Schäfer
die Hochlagen der Abruzzen als Sommerweide. Typisch alpine Pflanzen wie Aurikel und Alpenglöckchen prägen das Bild. An der Westseite der Majella führt ein Weg
bis in die mittleren Lagen, so dass ein Zugang in die Region verhältnismäßig
einfach möglich ist.
Landschaftlich besonders schön ist der Südostabfall mit seinen schräg liegenden
Gesteinsschichten. Das Vorland ist geprägt von abgetragenem Gestein und Löss.
Die Massenvorkommen von Euphorbien in den Steilabfällen erinnern an den Gargano.
Das Tiefland wird heute leider sehr intensiv landwirtschaftlich genutzt, aber
selbst vorzufindende Restflächen sind – wie die Straßenränder – auch heute noch
botanisch vielfältig und orchideenreich.
Im Gebiet der Monti Pizzi trifft der Besucher auf einen der landschaftlich
schönsten Plätze in Italien. Vom Monte Sécine schweift der Blick über die Abruzzen
bis zur Adria und den Gargano.
Der Gebirgsstock des Gran Sasso ist eines der ältesten Schutzgebiete Italiens
und ein klassisches Ziel für Pflanzenfreunde. Orchideen sind hier in den Lagen
zwischen 1.000 m und 1.500 m anzutreffen. Wunderschöne Standorte gib es um die
Ortschaft Ofena, am Südrand des Campo Imperatore. Beeindruckend sind der Bestand
des Bleichen Knabenkrautes im Campo Imperatore selbst, aber auch die tausenden
Holunder-Knabenkräuter, die hier in rot und gelb stellenweise dicht an dicht
blühen.
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