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Italien

Sardinien: Orchideenreiche Insel

Sardinien liegt näher an Afrika als an Italien und unterscheidet sich immens von Mitteleuropa. Granite, Gneise, Schiefer, Vulkanite, Kalk, Dolomit usw. lassen sehr unterschiedliche Landschaften entstehen. Der Granit, der als Tiefengestein das felsige Rückgrat der Insel bildet, ist an der Oberfläche durch Erosion stark zerklüftet. Kalk finden wir im Westen am Capo Caccia, dem Iglesiente und südlich des Gennargentu sowie im Osten mit den bis 600 m hohen Kalkfelsen am Golf von Orosei und des Monte Albo. Ein Sechstel der Insel ist mit mächtigen Decken von vulkanischen Ergussgesteinen (Basalt und Trachyt) bedeckt. Gleichförmige Bergmassive ohne herausragende Gipfel, weite Hügelländer und vor allem Hochflächen prägen das Landschaftsbild der Insel.

Während der Süden bereits unter nordafrikanischem Klimaeinfluss steht, weisen die unteren Berglagen ein Klima wie der Apennin und die Hochlagen ein mediterran-montanes Klima auf, mit kühlen Winden und reichlich Schneefall. Die meisten Niederschläge kommen von den Westwinden, die an den westlichen Bergflanken abregnen, während der Osten im Regenschatten liegt und daher trockener ist. Insgesamt liegt Sardinien in der west-mediterranen Klimazone mit trocken-heißen Sommern und Niederschlägen vom Spätherbst bis zum Frühjahr, das etwa ab April einsetzt. Der Mai ist oft schon sehr warm. Von den mehr als 2.500 Blütenpflanzenarten Sardiniens, das mit Korsika eine eigene Florenprovinz bildet, sind etwa 350 Arten endemisch.

Auf der Insel wurden bis jetzt ca. 40 Orchideen-Arten festgestellt, wovon drei Taxa endemisch sind: Ophrys holoserica subsp. chestermanii, Ophrys holoserica subsp. annae und Ophrys scolopax subsp. sardoa. Ganz andere Endemiten, nämlich sardo-sizilianische, sind Orchis brancifortii und Serapias nurrica. Weitere interessante Arten sind Dactylorhiza insularis, Gennaria diphylla, Limodorum trabutianum, Ophrys fusca subsp. funerea, Ophrys iricolor, Ophrys morisii, Ophrys sphegodes subsp. praecox, Orchis mascula subsp. ichnusae, Platanthera algeriensis und Serapias neglecta.